Erhöhter Blutdruck bleibt oft lange unbemerkt und ist trotzdem ein zentraler Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden. In 3 Minuten bekommen Sie einen klaren 5‑Schritte‑Plan, der sich pragmatisch umsetzen lässt und Ihnen hilft, den Bluthochdruck in den Griff zu bekommen. Als Service stellt Medi‑Helpster eine Blutdruck‑Messtabelle als PDF zum Download bereit, damit Sie zuhause strukturiert messen und beim Arztbesuch etwas in der Hand haben.
Step 1: Richtig messen
Eine einzelne Messung, die erhöhte Blutdruckwerte ergibt, sagt wenig. Entscheidend ist, ob Ihr Blutdruck über Tage und Wochen erhöht bleibt. In der Arztpraxis gemessen, ist der Blutdruck meist etwas erhöht, da man ja doch ein wenig aufgeregt ist [1, 2].
- Messen Sie zuhause standardisiert: 2 Messungen morgens und abends, jeweils nach 5 Minuten Ruhe, Arm auf Herzhöhe [2].
- Notieren Sie Werte und Umstände (Kaffee, Stress, Schmerz, Medikamente), sonst sind Vergleiche schwer [2].
- „Weißkittel‑Blutdruck“ ist möglich: in der Praxis höher, zuhause normal; dann helfen Blutdruckmessungen zu Hause in vertrauter Umgebung oder 24‑h‑Messungen bei der Einordnung [3].
Hier können Sie Ihre Blutdruck-Tabelle als PDF downloaden und ausdrucken:
Step 2: Salzkonsum senken
Salzreduktion lohnt sich, besonders, wenn Sie häufig Fertigprodukte essen oder stark (nach-)salzen [1, 2].
- Starten Sie pragmatisch: weniger Fertigprodukte, Brot/Wurst/Käse/Soßen im Blick behalten, häufiger frisch kochen [2].
- Würzen Sie mit Kräutern, Zitrone, Essig, Gewürzen statt „nachsalzen“ [2].
Step 3: Blutdruckfreundliche Ernährung (DASH)
Eine gesunde Ernährung senkt den Blutdruck nicht über Nacht, kann aber in wenigen Wochen einen spürbaren Unterschied machen [1].
- DASH ist in Studien besonders wirksam: viel Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse, fettarme Milchprodukte, weniger gesättigte Fette [1].
- Kaliumreiche Kost kann hilfreich sein, aber bei Nierenerkrankung oder bestimmten Medikamenten (z. B. ACE‑Hemmer/ARB) erst ärztlich abklären [2].
DASH steht für „Dietary Approaches to Stop Hypertension“, also eine Ernährungsweise, die in Studien speziell zur Blutdrucksenkung entwickelt wurde und kein Diätprogramm ist, sondern ein Essmuster.
Step 4: Regelmäßige Bewegung
Bewegung muss nicht „Sport“ heißen. Entscheidend sind mehr Bewegung und vor allem Regelmäßigkeit [1, 2].
- Aerobes Training senkt den Blutdruck messbar; schon zügiges Gehen zählt [1].
- Isometrisches Training (z. B. Handgrip‑Übungen) kann ergänzend helfen, wenn Ausdauer schwerfällt [1].
- Meditation/Stressreduktion kann den Blutdruck moderat senken, bei manchen Menschen stärker, bei anderen kaum [4].
Zügiges Gehen + Handgrip
Step 5: Konsequente medikamentöse Therapie
Viele Menschen brauchen zusätzlich zu gesunder Ernährung und ausreichend Bewegung blutdrucksenkende Medikamente, manchmal auch eine Kombination. Eine Medikamenten‑Kombination ist nichts Außergewöhnliches, weil Blutdruck auch durch Veranlagung und Körpermechanismen gesteuert wird und dann mehrere Hebel zur Blutdrucksenkung angesetzt werden müssen [2].
- Wenn Ihr Blutdruck deutlich erhöht ist, besprechen Sie frühzeitig mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, ob und welche Therapie sinnvoll ist und welcher Zielwert für Sie passt [2].
- Nehmen Sie blutdrucksenkende Medikamente konsequent wie vereinbart; unregelmäßige Einnahme macht Werte unberechenbar [2].
- Ändern Sie nichts eigenständig: Absetzen oder „nach Gefühl“ dosieren kann gefährlich sein, besonders bei Herz‑, Nieren‑ oder Gefäßerkrankungen [2].

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Quellen
[1] Fu J, Liu Y, Zhang L, et al. Nonpharmacologic Interventions for Reducing Blood Pressure in Adults With Prehypertension to Established Hypertension: A Systematic Review and Meta-Analysis. J Am Heart Assoc. 2020;9:e016804. doi:10.1161/JAHA.120.016804.
[2] Jones SM, et al. 2025 AHA/ACC/AANP/AAPA/ABC/ACCP/ACPM/AGS/AMA/ASPC/NMA/PCNA/SGIM Guideline for the Prevention, Detection, Evaluation, and Management of High Blood Pressure in Adults. Hypertension. 2025;82:e212–e316. doi:10.1161/HYP.0000000000000249.
[3] Franklin SS, Thijs L, Hansen TW, et al. White-Coat Hypertension. Hypertension. 2013. doi:10.1161/HYPERTENSIONAHA.113.01275.
[4] Levine GN, Lange RA, Bairey-Merz CN, et al. Meditation and Cardiovascular Risk Reduction: A Scientific Statement From the American Heart Association. J Am Heart Assoc. 2017. doi:10.1161/JAHA.117.002218.

