Helfen Probiotika wirklich gegen Akne oder ist das nur ein Trend? Hier erfahren Sie, was Probiotika sind, warum sie bei Akne diskutiert werden, welche Studienergebnisse es zu dem Thema gibt und welche einfachen, alltagstauglichen Schritte Sie ausprobieren können, ohne Ihre Akne-Behandlung durcheinanderzubringen.
- Schnelles Wissen
- Was sind Probiotika und wie wirken sie auf die Haut?
- Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt es zu Probiotika bei Akne?
- Wie integriere ich Probiotika alltagstauglich in meine Ernährung, um meine Haut zu unterstützen?
- Wie sollte eine individuelle Anpassung der Ernährung für die Hautgesundheit aussehen?
- Wie können Probiotika in bestehende Akne-Behandlungspläne integriert werden?
- Wie beeinflusst eine ungesunde Ernährung das Hautbild und fördert Akne?
- Expertenstimmen zu dem Thema
- Medi-Helpster: Ärztliche Einordnung für Sie
- Was Sie beim Arztbesuch ansprechen können
- Was können Sie konkret tun?
- FAQ
- Was ist …? – Begriffe kurz erklärt
- Quellen
Schnelles Wissen
Das Wichtigste für Sie auf einen Blick:
Was sind Probiotika und wie wirken sie auf die Haut?
Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die dem Körper gesundheitliche Vorteile bringen können, vor allem durch ihre positiven Effekte auf das Mikrobiom, also die Gesamtheit der Mikroorganismen im Körper. Diese Mikroben helfen, das Gleichgewicht der Darmflora zu fördern und das Immunsystem zu unterstützen. Da Hautgesundheit und Darmmikrobiom miteinander verbunden sind, wird vermutet, dass eine Unterstützung des Mikrobioms durch Probiotika auch die Hautgesundheit positiv beeinflussen könnte.
- Probiotika wirken entzündungshemmend und können Hautprobleme wie Akne lindern.
- Sie stabilisieren die Hautbarriere und schützen vor schädlichen Reizstoffen.
- Sie fördern ein gesundes Mikrobiom auf der Haut und verhindern Hautirritationen.
- Durch die Regulierung von Entzündungen verbessern sie das Hautbild.
- Probiotika können die Talgproduktion ausgleichen und Akne vorbeugen.
Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt es zu Probiotika bei Akne?
Die Forschung zu Probiotika und ihrem Einfluss auf Akne ist noch nicht vollständig abgeschlossen, aber es gibt bereits sehr vielversprechende wissenschaftliche Hinweise darauf, dass Probiotika die Hautgesundheit positiv beeinflussen können. Insbesondere wird das Mikrobiom (die Gesamtheit der Mikroben) als ein zentraler Faktor für die Hautgesundheit betrachtet
- Entzündungshemmende Wirkung: Studien zeigen, dass Probiotika entzündungshemmende Eigenschaften besitzen, die zur Reduktion von Hautentzündungen beitragen können. Akne ist eine entzündliche Hauterkrankung, daher könnten Probiotika dabei helfen, die entzündlichen Prozesse zu verringern und das Hautbild zu verbessern.
- Regulierung des Mikrobioms: Ein gestörtes Mikrobiom auf der Haut und im Darm wird mit der Entstehung von Akne in Verbindung gebracht. Probiotika können das Mikrobiom stabilisieren und das Wachstum von schädlichen Bakterien, wie Propionibacterium acnes (P. acnes), hemmen, die Akne begünstigen.
- Positive Auswirkungen auf Hautirritationen: In klinischen Studien wurde gezeigt, dass Probiotika bei Hauterkrankungen wie Akne und Ekzemen helfen können, indem sie die Hautflora ausgleichen und die Hautbarriere stärken.
- Reduktion von Talgproduktion: Einige Studien legen nahe, dass Probiotika die Talgproduktion regulieren können, was die Bildung von verstopften Poren und somit die Entstehung von Akne verringert.
- Bessere Hautheilung: Probiotika können die Hautregeneration unterstützen und helfen, das Hautbild insgesamt zu verbessern, indem sie den Heilungsprozess von aknetypischen Hautveränderungen beschleunigen.
Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen, dass Probiotika eine unterstützende Rolle bei der Behandlung von Akne spielen können, aber es sind noch weiterführende Studien erforderlich, um genauere Empfehlungen zu geben und die optimalen Probiotika-Stämme für Hautgesundheit zu identifizieren.

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Wie integriere ich Probiotika alltagstauglich in meine Ernährung, um meine Haut zu unterstützen?
Probiotika lassen sich am einfachsten über die Ernährung testen – Schritt für Schritt und ohne hektische Änderungen. Wichtig ist ein realistischer Blick: Probiotika ersetzen keine medizinische Aknetherapie, können aber als Ergänzung in ein Gesamtkonzept passen.
- Starten Sie niedrig und steigern Sie langsam: fermentierte Lebensmittel in kleinen Portionen ausprobieren (z. B. Joghurt, Kefir, Sauerkraut, Kimchi), wenn Sie sie gut vertragen.
- Kombinieren Sie das mit Ballaststoffen, weil sie nützlichen Darmbakterien als „Futter“ dienen (z. B. Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn).
- Reduzieren Sie sehr zuckerreiche und stark verarbeitete Produkte, wenn Sie merken, dass Ihre Haut darauf reagiert.
- Beobachten Sie Veränderungen über mehrere Wochen (Haut, Verdauung, Verträglichkeit) und notieren Sie Auffälligkeiten.
- Wenn Sie Nahrungsergänzungsmittel nutzen möchten: Auswahl und Dauer am besten ärztlich abklären, besonders bei Vorerkrankungen oder Immunschwäche.
Wie sollte eine individuelle Anpassung der Ernährung für die Hautgesundheit aussehen?
Die Ernährung zur Unterstützung der Hautgesundheit sollte auf den individuellen Hauttyp und die Schwere der Akne abgestimmt sein. Dabei spielen verschiedene Faktoren wie genetische Veranlagung, bestehende Hautprobleme und Lebensstil eine Rolle. Hier sind einige Ansätze zur individuellen Anpassung:
- Hauttyp berücksichtigen: Personen mit fettiger Haut profitieren möglicherweise stärker von einer Reduzierung von Milchprodukten und Zucker, während trockene Haut durch die Zufuhr von gesunden Fetten (z. B. Omega-3) unterstützt werden kann.
- Akneschwere und Entzündungslevel: Bei schwerer Akne, die mit starken Entzündungen einhergeht, kann eine entzündungshemmende Ernährung (reich an Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren) besonders hilfreich sein.
- Persönliche Ernährungseinschränkungen: Menschen mit Unverträglichkeiten oder Allergien sollten ihre Ernährung so anpassen, dass sie probiotische Alternativen (z. B. pflanzliche Milchprodukte) und entzündungshemmende Lebensmittel integrieren, ohne ihre Gesundheit zu gefährden.
- Langsame Anpassung: Beginnen Sie mit einer kleinen Menge an probiotischen Lebensmitteln und steigern Sie diese, um zu testen, wie Ihre Haut darauf reagiert. Achten Sie auf Veränderungen und passen Sie die Ernährung schrittweise an.
Wie können Probiotika in bestehende Akne-Behandlungspläne integriert werden?
Probiotika sollten als ergänzende Maßnahme in einem umfassenden Akne-Behandlungsplan betrachtet werden. Sie sind kein Ersatz für etablierte medizinische Therapien wie topische Behandlungen oder Antibiotika, sondern können diese sinnvoll unterstützen. Die Kombination von Probiotika mit entzündungshemmenden Medikamenten oder anderen Aknebehandlungen könnte zu einer schnelleren Verbesserung des Hautbildes führen, indem sie das Mikrobiom stabilisieren und die Entzündungsreaktionen im Körper verringern. Eine enge Abstimmung mit einem Dermatologen ist sinnvoll, um den besten Therapieansatz zu finden.

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Wie beeinflusst eine ungesunde Ernährung das Hautbild und fördert Akne?
Eine ungesunde, vornehmlich „westliche“ Ernährung kann einen direkten negativen Einfluss auf die Hautgesundheit haben und Akne begünstigen. Bestimmte Lebensmittel und Ernährungsgewohnheiten tragen zur Entstehung von Akne bei, indem sie Entzündungen im Körper fördern, die Talgproduktion steigern und das Mikrobiom auf der Haut und im Darm negativ beeinflussen.
- Hoher Zuckerkonsum: zuckerreiche Lebensmittel und Getränke können den Blutzuckerspiegel in die Höhe treiben, was eine erhöhte Insulinproduktion zur Folge hat. Insulin fördert die Talgproduktion und begünstigt so die Entstehung von Akne.
- Verarbeitete Kohlenhydrate: Nahrungsmittel mit hohem glykämischen Index (z. B. Weißbrot, Pasta, Chips) können ebenfalls die Insulinwerte erhöhen und die Entzündungsprozesse im Körper anregen, was Akne verschlimmern kann.
- Milchprodukte: Einige Studien haben gezeigt, dass der Konsum von Milch und Milchprodukten mit einer Zunahme von Akne verbunden sein kann. Dies könnte an den Hormonen und Botenstoffen in Milch liegen, die die Talgproduktion anregen.
- Ungesunde Fette: Transfette und gesättigte Fette, die in frittierten Lebensmitteln und Fast Food enthalten sind, fördern Entzündungen im Körper und können somit Akne verschlimmern.
- Mangel an Antioxidantien: Eine Ernährung, die arm an Antioxidantien (z. B. in Obst und Gemüse) ist, kann die Haut anfälliger für oxidative Schäden machen und Entzündungen verstärken, was Akne begünstigt.
Durch die Reduzierung dieser ungünstigen Ernährungsfaktoren und die Integration gesünderer Lebensmittel wie frisches Obst, Gemüse und gesunde Fette kann die Hautgesundheit langfristig verbessert werden.
Expertenstimmen zu dem Thema
Dr. Clio Dessinioti, Dermatologie der Universitätsklinik A. Syggros in Athen: „Die Verbindung zwischen Ernährung und Akne ist komplex, und obwohl es Hinweise auf den Einfluss von Probiotika gibt, sind größere, kontrollierte Studien notwendig, um die genauen Mechanismen zu verstehen.“
Prof. Dr. Brigitte Dréno, Dermatologie am Universitätsklinikum Nantes: „Es gibt eine klare Korrelation zwischen einem westlichen Ernährungsstil und der Entstehung von Akne. Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung könnte dazu beitragen, Akne zu verhindern oder deren Schwere zu verringern.“
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Kurz und bündig
Was Sie beim Arztbesuch ansprechen können
Wenn Sie sich fragen, ob Probiotika für Ihre Akne von Nutzen sein könnten, sprechen Sie diese Punkte bei Ihrem nächsten Arztbesuch an:
- Könnten probiotische Lebensmittel oder entsprechende Nahrungsergänzungsmittel in meine Behandlung integriert werden?
- Welche probiotischen Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel wären für mich am besten geeignet?
- Wie lange müsste ich Probiotika einnehmen, um eine Verbesserung zu sehen?
- Gibt es Risiken oder Nebenwirkungen bei der Einnahme von Probiotika, die ich beachten sollte?
- Tipp: Sprechen Sie auch die neue Behandlungsmöglichkeit der Akne mit Winlevi® (Wirkstoff: Clascoteron, engl. clascoterone) an!
Was können Sie konkret tun?
- Setzen Sie auf eine einfache, regelmäßige Basis: fermentierte Lebensmittel in kleinen Mengen und langsam steigern, wenn Sie sie vertragen.
- Kombinieren Sie das mit einer insgesamt pflanzenreichen, ballaststoffbetonten Ernährung (Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn), um das Mikrobiom zu unterstützen.
- Prüfen Sie typische „Trigger“ der westlichen Ernährung: sehr zuckerreiche Snacks, süße Getränke und stark verarbeitete Produkte können bei manchen Personen das Hautbild verschlechtern.
- Achten Sie auf Konstanz statt Perfektion: Veränderungen zeigen sich eher über Wochen als über Tage.
- Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn Akne stark entzündet ist, Narben drohen oder Sie durch Ihre Hauterkrankung psychisch sehr belastet sind.
FAQ
Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die gesundheitliche Vorteile bringen, wenn sie in ausreichender Menge konsumiert werden.
Probiotika könnten die Entzündungen im Körper verringern und das Mikrobiom im Darm sowie auf der Haut unterstützen, was zu einer Verbesserung des Hautbildes führen kann.
Probiotische Lebensmittel sind u. a. Joghurt, Kefir, Kimchi und Sauerkraut.
In der Regel sind Probiotika sicher, doch bei geschwächtem Immunsystem oder bestimmten Erkrankungen sollte die Anwendung mit einem Arzt besprochen werden.
Die Wirkung von Probiotika auf die Haut kann je nach Person und Schwere der Akne einige Wochen bis Monate dauern.
Probiotika können unterstützend wirken, sind jedoch keine alleinige Lösung. Sie sollten zusammen mit anderen Behandlungsmaßnahmen verwendet werden.
Ja, Probiotika können auch bei Erwachsenen mit Akne hilfreich sein, insbesondere wenn die Hautprobleme durch entzündliche Prozesse im Körper verstärkt werden.
Ja, viele probiotische Lebensmittel können einfach in die tägliche Ernährung integriert werden, um die Hautgesundheit zu fördern.
Was ist …? – Begriffe kurz erklärt
Probiotika: lebende Mikroorganismen, die gesundheitliche Vorteile bringen, wenn sie in ausreichender Menge konsumiert werden.
Mikrobiom: die Gesamtheit der Mikroorganismen, die im menschlichen Körper leben und wichtige Funktionen für die Gesundheit haben.
Glykämischer Index: ein Maß dafür, wie schnell ein Lebensmittel den Blutzuckerspiegel anhebt.
Quellen
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